Nemetschek: KI-Verwirrung als Chance?
Der Nemetschek-Kurs hat sich halbiert. Doch es spricht einiges dafür, dass die Disruptionsängste übertrieben sind.
Die Nemetschek SE hat mit ihren vorläufigen Zahlen für 2025 wieder einmal überzeugt und eine markante Schwelle von € 1 Mrd. überschritten. Doch die Aktionäre haben nichts davon. Ängste vor der Disruption von Software-as-a-Service-Modellen durch KI unterdrücken die Entwicklung der Fundamentaldaten.
Der Softwarehersteller hat die währungsbereinigten Konzernerlöse auf € 1.19 Mrd. beziffert. Im Jahr zuvor waren es erst € 995.6 Mio. Der Anstieg beträgt 22.6 % und kann sich sehen lassen. Zumal damit der Prognosekorridor von 20 bis 22 % übertroffen wurde. Erst im Juli war der Korridor von 17 bis 19 % auf den neuen Wert angehoben worden. Auch der vermeldete Gewinn ist ein Grund zur Freude. Das EBITDA stieg währungsbereinigt um 28.9 % auf € 371.1 (301) Mio. – also überproportional zum Umsatz. Die EBITDA-Marge kletterte von 30.2 auf 31.2 %. Damit wurde die Prognose von 31 % bestätigt.
Kurs bricht ein
Doch der Aktienkurs marschiert in die andere Richtung. Nachdem die Aktie seit Ende 2022 kontinuierlich im Vorwärtsgang an der Börse vorankam und es im August 2025 auf das Allzeithoch von € 138.50 gebracht hatte, ist sie wieder deutlich günstiger zu haben. Von diesem Höchststand bis zum Kursstichtag der Ausgabe NJ 3/26 am 19.02.2026 verlor sie mehr als 52 % ihres Wertes. Der KGV 2026e rutscht damit unter 30 und für die Gewinnprognose im Jahr 2028 sogar unter 20. Solche Einstiegsgelegenheiten hat es lange nicht gegeben. Nun stellt sich die Frage, ob die Märkte übertreiben bei der Sorge, dass die KI zur existenziellen Disruption für das Software-Unternehmen werden kann.
Nemetschek setzt auf AI-first-Strategie
Auch Nemetschek setzt auf KI. CEO Yves Padrines glaubt, dass Nemetschek sogar überproportional von KI profitieren kann. Vor diesem Hintergrund blickt er sehr zuversichtlich auf 2026 und erwartet weiteres starkes, nachhaltiges und profitables Wachstum. Dafür spricht, dass zum Beispiel Lösungen für das Building Information Modeling (BIM) tief in die Kundensysteme integriert sind und so einfach nicht durch KI-Agenten ersetzt werden können.